Starker Kampfgeist bleibt unbelohnt

Trotz einer der besten Mannschaftsleistungen der bisherigen Saison mussten sich unsere X-Men im Auswärtsderby bei den Fursty Razorbacks mit 14:27 (0:7, 7:6, 7:7, 0:7) geschlagen geben. Vor rund 200 Zuschauern in Fürstenfeldbruck zeigte unsere Mannschaft bei hochsommerlichen Temperaturen genau die Reaktion, die nach der bitteren Heimniederlage gegen die Munich Cowboys II gefordert war.

Das Ergebnis erzählt dabei nur einen Teil der Geschichte. Kampfgeist, Moral, Einstellung und Zusammenhalt stimmten von der ersten bis zur letzten Minute. Unsere Jungs hielten gegen die favorisierten Hausherren lange dagegen, übernahmen nach der Halbzeit sogar die Führung und mussten sich erst 20 Sekunden vor Schluss endgültig geschlagen geben.

Unsere Defense ist sofort zur Stelle

Angetrieben von ihrem US-Quarterback Devin Gleeson eröffneten die Razorbacks die Begegnung mit dem ersten Drive. Unsere Defense war jedoch sofort auf dem Posten und zwang die Hausherren schnell zum Punt.

In der Landsberger Offense übernahm erneut Jan Roller die Position des Quarterbacks. Lukas Saurwein musste weiterhin verletzt zusehen, nachdem die Ärzte noch kein grünes Licht für einen Einsatz gegeben hatten. Auch unser erster Angriff endete ohne Raumgewinn zum Punt.

Im nächsten Drive setzte Philipp Reichart mit einem starken Tackle ein erstes Ausrufezeichen. Die Razorbacks fanden jedoch anschließend die entscheidende Lücke: Gleeson bediente Vitus Huber, der den Ball bis in die Endzone trug. Nach dem erfolgreichen Extrapunkt führten die Gastgeber mit 7:0. Kurz darauf war das erste Viertel bereits beendet.

Unsere X-Men kamen nun immer besser in die Partie, mussten dafür aber einen hohen Preis bezahlen. Bryant Hayes und Christian Wech fielen den schwierigen und unebenen Platzverhältnissen zum Opfer. Beide konnten im weiteren Verlauf der Partie nicht mehr eingesetzt werden.

Wech hatte einen freien Ball aufgenommen und war bei der Aktion umgeknickt. „Danach musste ich mir das Spiel von außen anschauen, was ich als Defensive-Back-Coach aber zumindest gewohnt bin“, sagte er. Was er von der Seitenlinie sah, machte ihn stolz: „Unsere Defense hat heute richtig Feuer gezeigt und eine starke Leistung abgeliefert. Auch die Offense hat alles gegeben.“

Young bringt die X-Men zweimal in die Endzone

Unsere Mannschaft ließ sich von den Ausfällen nicht aus dem Rhythmus bringen und setzte den eingeschlagenen Weg konsequent fort. Devion Young vollendete einen starken Drive mit dem ersten Landsberger Touchdown. Hannes Haug verwandelte den anschließenden Extrapunkt sicher zum 7:7.

Auch die Defense war weiter hellwach. Mit einem Quarterback-Sack stoppten die X-Men den nächsten Angriff der Razorbacks und zwangen die Hausherren erneut zum Punt. Jan Roller übernahm viel Verantwortung, lief mehrfach selbst und sorgte damit für wichtige Raumgewinne. Punkte sprangen dabei zunächst allerdings nicht heraus.

Im Gegenzug gelang den Gastgebern ein weiter Pass auf David Elßel, der den Ball zum zweiten Touchdown der Razorbacks in die Endzone trug. Die anschließende Two-Point-Conversion misslang, sodass es mit einem knappen 7:13-Rückstand in die Halbzeit ging.

Aus der Pause kam unsere Mannschaft hochmotiviert, konzentriert und mit dem festen Willen, das Spiel zu drehen. Die Offense marschierte konsequent über das Feld. Wieder war es Young, der den Drive mit seinem zweiten Touchdown abschloss. Haug traf erneut – und unsere X-Men führten mit 14:13.

Die Antwort der Razorbacks ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Ein weiter Pass auf US-Receiver Nicolas Alberico brachte die Hausherren erneut in Führung. Der Extrapunkt war ebenfalls erfolgreich, sodass es vor dem Schlussviertel 20:14 für Fursty stand.

Kampf bis zur letzten Sekunde

Unsere Jungs steckten zu keinem Zeitpunkt auf. Die Defense lieferte weiter eine starke Leistung ab und stoppte einen weiteren Angriff der Razorbacks. Besonders Jacob Schmidt-Tesch war in dieser Phase immer wieder zur Stelle.

Auch die Offense kämpfte um jeden Yard. Weil häufig eine freie Anspielstation fehlte, musste Roller immer wieder selbst laufen. Die X-Men brachten den Ball mehrfach tief in die gegnerische Hälfte, doch auf den letzten Metern fehlte der entscheidende Spielzug zum erneuten Führungswechsel.

„Im letzten Viertel haben wir den Ball immer wieder schnell zurückerobert, aber vorne hat der entscheidende Touchdown gefehlt“, bilanzierte Luis Launer. Dennoch überwog bei ihm der Stolz auf das Team: „Jeder Einzelne hat gekämpft wie noch in keinem Spiel zuvor in dieser Saison. Es war eine starke Mannschaftsleistung.“

Rolf Eckstein sah es ähnlich: „Offense und Defense waren eine Einheit, jeder hat für den anderen gespielt und bis zum Schluss an den Sieg geglaubt.“ Einige kleine Fehler und wenige Spielzüge, bei denen die Razorbacks zu viele Yards erzielen konnten, hätten letztlich den Unterschied gemacht.

Erst 20 Sekunden vor dem Ende gelang den Hausherren der Touchdown zur Entscheidung. Nach dem erfolgreichen Extrapunkt stand das Endergebnis von 27:14 fest. Deutlicher, als es der tatsächliche Spielverlauf verdient hatte.

Hannes Haug brachte es nach der Partie auf den Punkt: „Eigentlich war es ein gutes Spiel von uns. Wir haben jedoch einige kleine Fehler gemacht, die gegen einen Gegner wie die Fursty Razorbacks besonders schwer ins Gewicht fallen.“ Die Gastgeber hätten selbst kaum große Fehler zugelassen und seien in den entscheidenden Situationen konsequenter gewesen.

Mit breiter Brust nach Amberg

Auch wenn die Derby-Niederlage schmerzt, besteht kein Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Unsere Mannschaft hat gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt. Einsatzbereitschaft, Zusammenhalt und Moral waren über die komplette Spielzeit hinweg vorbildlich. Offense und Defense traten als Einheit auf und kämpften gemeinsam bis zur letzten Sekunde.

„Trotz der Niederlage können wir mit erhobenem Haupt vom Platz gehen“, sagte Launer. Christian Wech sprach von der „richtigen Reaktion auf das Spiel gegen München“ und ergänzte: „Ich bin stolz auf die gesamte Mannschaft. Gegen Amberg wollen wir darauf aufbauen und es noch besser machen.“

In der Tabelle der Regionalliga Süd stehen unsere X-Men nach sieben Spielen auf Platz sieben. Am Samstag, 25. Juli, geht die Reise zum noch sieglosen Schlusslicht Amberg Mad Bulldogs. Kick-off ist um 16 Uhr.

Text: Dietrich Limper