Vor rund 800 Zuschauern im Sportzentrum Landsberg feierten die Footballer des Landsberg X-PRESS am Hardys-Gameday einen erfolgreichen Saisonabschluss. Die ersatzgeschwächten Franken Knights wurden mit einem deutlichen 42:6 (7:0, 7:0, 9:6, 19:0) zurück nach Rothenburg geschickt. In der Football-Regionalliga Süd bleiben die X-Men auf dem dritten Rang. Ungeschlagener Meister sind die Augsburg Centurions, die allerdings noch eine letzte Partie gegen die Passau Pirates zu bestreiten haben.
Landsbergs Head Coach Gabriel Chambers wagte im letzten Heimspiel der Saison ein Experiment: Der 18-jährige Receiver Jan Roller durfte als Quarterback ran und wechselte sich dabei mit Richard Lara ab. „Jan hat sich um unser Laufspiel gekümmert und seine Sache sehr gut gemacht“, lobte Chambers. „Ich kenne ihn ja bereits als Quarterback aus der Jugend und wollte ihm eine Chance geben. Für die kommende Saison haben wir nun eine echte Alternative auf dieser Position.“
Direkt der erste Drive der Hausherren war erfolgreich: Running Back Simon Legath trug das Ei in die Endzone. Hannes Haug steuerte den Extrapunkt bei und so stand es nach wenigen Minuten 7:0 für die X-Men. Jan Roller erlebte den Start so: „Ich war zu Beginn wirklich etwas nervös, denn das ist schon eine andere Atmosphäre mit den vielen Zuschauern. Aber nach den ersten Punkten war dann alles cool. Der Coach hat mir beim Training am Donnerstag gesagt, dass ich als Quarterback auflaufen werde und dass er mir vertraut. Und Richard hat mir auch während des Spiels immer wieder geholfen und gute Tipps gegeben.“
Im zweiten Viertel zeigte dann der etatmäßige Quarterback sein ganzes Können, als er einen weiten Pass auf Patrick Brüsselbach warf. Hannes ließ sich beim PAT nicht lumpen und die X-Men gingen mit 14:0 in die Halbzeitpause. Die Knights wehrten sich nach Kräften, vor allem Running Back Philipp Pappenberger zeigte eine sehr engagierte Vorstellung.
Franziksa Klinke (HARDYS) mit den drei glücklichen Gewinnern des Halbzeitkicks
Die Gäste hatten sich nach der Pause noch etwas vorgenommen, bremsten sich aber selbst aus, als ein misslungener Pass durch die eigene Endzone segelte und im Aus landete – Safety und 16:0 für die Hausherren. Den X-Men gelangen nun einige feine Spielzüge und Touchdowns, die aber allesamt durch Flaggen und die dazugehörigen Strafen annulliert wurden. Erst ein weiterer Lauf durch Simon Legath fand Gnade in den Augen der Schiedsrichter. Hannes erneut sicher beim Extrapunkt, und es stand 23:0. Wenige Minuten später gelang Pappenberger der verdiente Touchdown zum 23:6, allerdings wurde die anschließende 2-Point-Conversion verspielt.
Im letzten Viertel schwanden bei den Gästen zusehends die Kräfte und die X-Men hatten nun leichtes Spiel. Jan Roller gelang ein Lauf in die Endzone zum 29:6. Selbst Abwehrchef Devion Young versuchte sich als Running Back und erlief das 35:6. Hannes Haug absolvierte seinen letzten Extrapunkt der Saison und erhöhte auf 36:6. Und Simon Legath bewies einmal mehr seine bestechende Form und setzte mit seinem dritten Touchdown zum 42:6 den Schlusspunkt unter die Spielzeit. Völlig verdient wurde er zum „Man of the Match“ gekürt: „Für mich ist die Saison wirklich gut gelaufen, auch wenn ich zwischenzeitlich mit einer Verletzung zu kämpfen hatte. Ich möchte in der nächsten Spielzeit an diese Leistung anknüpfen, aber jetzt mache ich erst einmal Urlaub.“
Unter dem Applaus der Zuschauer verabschiedete sich die Mannschaft in die verdiente, aber viel zu lange Pause. Präsident Markus Gruberbauer zog eine erste Bilanz: „Im Gegensatz zu 2024 war es eine gute Saison und wir haben unser Ziel erreicht. Wenn wir weniger Fehler gemacht und disziplinierter aufgetreten wären, hätte es auch der zweite Rang sein können. Aber es war insgesamt mehr Ruhe im Team und wir sind als Mannschaft aufgetreten. Die Saison hat gezeigt, dass wir viele gute deutsche Spieler haben, mit denen wir in der Zukunft eine echte Perspektive haben.“
Head Coach Gabriel sah es ähnlich: „Wir hatten Höhen und Tiefen im Laufe der Spielzeit, aber insgesamt hat die Mannschaft zusammengefunden. Wenn wir einige Nachlässigkeiten abstellen, werden wir nächstes Jahr besser durch die Saison kommen.“ Und auch die Frage nach seiner eigenen Zukunft ließ er nicht unbeantwortet: „Ich liebe Landsberg, ich liebe den Verein und ich liebe die tollen Fans, die bei jedem Wetter zahlreich gekommen sind. Ich hoffe, wir sehen uns nächstes Jahr wieder.“
Text: Dietrich Limper
Fotos: Fabian Erhardt