Die Footballer des Landsberg X-PRESS haben auch ihr zweites Heimspiel der Regionalliga-Süd-Saison 2026 verloren. Am KLARRAUM-Gameday unterlagen die X-MEN vor rund 900 Zuschauern im Sportzentrum den Neu-Ulm Spartans mit 27:41 (0:14, 14:7, 0:14, 13:6). Bei bestem Football-Wetter zeigte sich nicht nur das Catering-Team mit Burgern, Pommes und Hotdogs von seiner besten Seite, auch sportlich war phasenweise einiges geboten. Am Ende aber standen die Landsberger trotz guter Momente erneut ohne Punkte da.
Personell konnten die Hausherren nahezu in Bestbesetzung antreten. Lediglich Jan Roller und Simon Legath fehlten, für Legath ist die Saison voraussichtlich sogar gelaufen. Nach dem Coin Toss hatte der X-PRESS den ersten Drive, kam aber trotz erster Läufe von Michael Ertel nicht entscheidend voran und musste früh punten. Danach zeigte Neu-Ulms Quarterback Hunter Sturgeon sofort, warum er an diesem Tag zum größten Problem für die Landsberger Defense werden sollte.
Starker Kampf zurück ins Spiel
Sturgeon führte die Gäste mit einem First Down nach dem anderen über das Feld. Ein starker Pass auf Janne Endl brachte die ersten Punkte für die Spartans, der Extrapunkt saß – 0:7. Auch danach fand der X-PRESS offensiv zunächst nicht in den Rhythmus. Pässe auf Bryant Hayes kamen nicht an, Läufe von Quarterback Lukas Saurwein brachten zu wenig Raumgewinn. Nach einem geblockten Punt nutzten die Neu-Ulmer die gute Feldposition eiskalt: Sturgeon bediente Tobias Spohn, der PAT war gut, und schon stand es 0:14.
Die X-MEN wirkten aber nur kurz geschockt. Zu Beginn des zweiten Viertels begann die beste Phase der Heimmannschaft. Devion Young, eigentlich in der Defense zu Hause, wurde auch als Runningback eingesetzt und sorgte mit mehreren starken Läufen für wichtige Impulse. Dann kam Landsberg in eine gute Position, ein Pass auf Bryant Hayes brachte den ersten Touchdown. Hannes Haug verwandelte sicher zum 7:14.
Und die Landsberger legten nach. Christoph Kieß, später auch zum Man of the Match gewählt, fing eine Interception und brachte den X-PRESS wieder in Ballbesitz. Kurz darauf fand Lukas Saurwein Hannes Haug mit einem präzisen Pass in der Endzone. Haug verwandelte auch den Extrapunkt selbst – 14:14. Der Jubel war groß, das Spiel war wieder offen.
„Nach dem 0:14 zurückzukommen und auf 14:14 zu stellen, war stark“, sagte Samuel Hartmann später. „Wenn wir die Offense von Neu-Ulm halten und unsere Offense smart spielt, dann sieht man, was möglich ist. Aber dann haben wir wieder Durststrecken, und die tun uns weh.“
Auch Hannes Haug sah genau dort den Knackpunkt. „Die Offense von Neu-Ulm ist stark, und deren Quarterback Hunter Sturgeon ist richtig gut. Er nutzt jede Unaufmerksamkeit gnadenlos aus. Wir haben es in der Defense leider nicht geschafft, seine Mobilität in den Griff zu bekommen.“
Tatsächlich kamen die Gäste noch vor der Pause wieder ins Rollen. Janne Endl war auf dem Weg in die Endzone nicht zu stoppen und lief über rund 50 Yards zum nächsten Touchdown. Der Extrapunkt passte, Neu-Ulm führte 21:14. Weil beim X-PRESS bis zur Halbzeit weder Pass- noch Laufspiel entscheidend zündeten, ging es mit diesem Rückstand in die Kabinen.
Strafen, Sturgeon und zu viele eigene Fehler
Das dritte Viertel wurde für die X-MEN zum Alptraum. Die Strafen häuften sich, gelbe Flaggen flogen regelmäßig auf das Feld. Auch ein starker Tackle von Samuel Hartmann änderte nichts daran, dass Landsberg immer wieder gegen Neu-Ulm, gegen die Schiedsrichter und vor allem gegen sich selbst spielte.
Hunter Sturgeon nutzte die Unordnung und lief selbst unbedrängt in die Endzone. Nach dem PAT stand es 14:28. Devion Young stopfte weiter Löcher in Offense und Defense, Lukas Saurwein musste aber auch einen Quarterback-Sack einstecken. Dann schlug die Stunde von Tobias Spohn: Der Neu-Ulmer Receiver narrte die komplette Verteidigung und lief rund 70 Yards in die Endzone. Nach dem Extrapunkt stand es 14:35 – das Spiel war mehr oder weniger entschieden.
Neu-Ulms Head Coach Daniel Koch lobte nach der Partie nicht nur seinen Quarterback, sondern besonders seine deutschen Receiver. „Hunter ist natürlich ein extrem guter Spieler und als Läufer sehr gefährlich. Der große Unterschied waren für uns heute aber vor allem Janne Endl und Tobias Spohn. Beide haben ein total starkes Spiel gemacht.“
Beim X-PRESS blieb der Frust über die eigenen Fehler groß. „Die Strafen haben uns wieder gekillt“, sagte Head Coach Gabriel Chambers. „Manche Calls waren schlecht, manche waren richtig, aber manchmal muss man eben auch gegen solche Dinge anspielen. Ich habe weiter Vertrauen in dieses Team. Ich weiß nur nicht, ob die Spieler Vertrauen in sich selbst haben.“
Viel Arbeit für die Coaches
Noch einmal keimte Hoffnung auf, als Paul Stirn für die Landsberger zum Touchdown kam und Hannes Haug den PAT zum 21:35 verwandelte. Doch Sturgeon setzte mit seinem dritten Touchdown den nächsten Wirkungstreffer. Der Extrapunkt wurde zwar geblockt, beim Stand von 21:41 war die Partie aber endgültig entschieden.
Versöhnlich war aus Landsberger Sicht noch der spektakuläre Lauf von Bryant Hayes über rund 80 Yards in die Endzone. Der anschließende PAT wurde geblockt, damit blieb es beim 27:41. Ein verdienter Sieg für die Neu-Ulm Spartans, die vor allem in den entscheidenden Momenten konzentrierter, disziplinierter und explosiver wirkten.
„Man kann nicht einfach am Spieltag auftauchen und erwarten, dass es funktioniert“, sagte Bryant Hayes nach dem Spiel. „Football beginnt im Training, auch mental. Wir müssen mehr Leute ins Training bekommen. Wenn alle im Training sind, haben wir auch einen besseren Spieltag.“
Für die X-MEN bedeutet die Niederlage: Nach drei Spielen stehen sie mit einem Sieg und zwei Niederlagen auf Tabellenplatz sechs. Auf das Trainerteam wartet nun viel Arbeit. Weiter geht es für den X-PRESS am 23. Mai auswärts bei den Kirchdorf Wildcats. Das nächste Heimspiel steigt am 13. Juni um 17 Uhr im Sportzentrum gegen die Nürnberg Hawks.
Dietrich Limper
Fotos: Paul Klieber
